Zur Lage an der Asphaltfront

Mit freundlicher Genehmigung von M. Siebold, La Palma Aktuell

Donnerstag 09.09.2010 17:30 Uhr

Asphaltkünstler

Wer erinnert sich noch an den “Caso Quiosco”?

Formalitäten, simple Formalitäten nannte doch erst kürzlich der Bürgermeister von Los Llanos die vordatierte Unterschrift unter einem Dokument, welches zur Erlangung von Subventionen dienen sollte. – Wer es nicht mehr weiß, der scrollt eben mal bis zum 2.9. und 4.9. zurück, da gibt es die Vor- beziehungsweise Quergeschichte dazu. – In der Tat scheint es gang und gäbe zu sein, dass man es mit “Formalitäten” nicht wirklich ernst nimmt, und das erlebt man fast ständig auch wieder bei der Geschichte um das, oder die Asphaltwerke im polemischen Industriegebiet von Los Llanos.

Wer dachte, der Schlot qualmt nicht, also haben wir Ruhe und können das abhaken, der hat sich auf jeden Fall getäuscht, denn der Betreiber ist wohl tätig, nicht im Asphaltdschungel, wohl aber im Behördendschungel. Interessant dabei ist, dass ja der Bürgermeister von Los Llanos seinerzeit eine mündliche Genehmigung zum Probelauf gegeben hatte, aus dem dann eine echte Produktion wurde, und man zumindest für einen Tag bereits Asphaltmischungen produzierte und an die Gemeinde Los Llanos auslieferte.

In Los Llanos hätte man allerdings mal in die Papiere blicken sollen, denn der Betreiber hatte bei weitem nicht alle Genehmigungen vorliegen, welche auch bereits für einen Probebetrieb auf dem Tisch liegen müssten. – So wurde erst am 24. August bei dem “Consejo Insular de Auguas”, also dem zuständigen Wasseramt der Insel der Antrag gestellt, die notwendigen Anlagen erstellen zu können, welche Tanks zur Lagerung von Treibstoffen erforderlich machen. – Damit meint man Schutzwälle welche die Tanks umgeben, um bei möglichen Leckagen die Treibstoffe nicht im die weitere Umgebung zu verlieren. – Auch die betriebseigene Kläranlage muss mit in diesen Komplex und ist jetzt beantragt worden, weil schlichtweg noch nicht vorhanden. – Damit zeigen sich zwei Dinge klar.

Der Betreiber erfüllte beim Probelauf noch nicht über die notwendigen Anlagen zum Wasserschutz, und auf der Gemeinde Los Llanos hat das niemanden interessiert als man die Genehmigung erteilte, oder man wusste schlichtweg gar nicht, wie solche ein Genehmigungsverfahren abläuft. – Ich persönlich neige dabei immer an die “nicht wissen Version” zu glauben, ganz einfach, weil ich dann besser schlafe. – Andere mögen das ruhig anders sehen, die Gedanken sind ja schließlich frei. – Aber was sagt uns dieser Antrag auch, der Betreiber hat noch lange nicht aufgesteckt, der möchte nach wie vor das Asphaltwerk dort in Reichweite der Wohngebiete betreiben und versucht nun, alle noch ausstehenden Papiere zu besorgen. – Also aufgepasst, auch wenn der Schlot nicht qualmt, die haben längst noch nicht aufgesteckt und auf die Mitglieder der “Plataforma contra la planta de asfalto” kommt noch eine Menge Arbeit zu und auf uns, weitere Spendenbereitschaft.

Aber da war doch noch was mit dem Anwalt in Tenerife und einer Klage gegen die Asphaltwerke. – Sicherlich, das läuft auch noch, allerdings ist das eine zähe Geschichte. – Das Gericht hat überhaupt noch nicht verhandelt, zunächst hat man von allen Seiten Gutachten angefordert, und die “Plataforma” hat ihren Teil auch schon dazu beigetragen und die beiden geforderten Schriftstücke übergeben. – Da ist einmal ein Umweltgutachten eines Biologen, wegen der möglichen negativen Folgen des Asphaltwerkes auf die dortige Flora und Fauna, und ein zweites Gutachten eines Straßenbauingenieurs, welcher die Funktionsweise und die Gefahren einer solchen Anlage erklären soll.

Von der Gegenseite hat man auch so einige Gutachten und vor allem die notwendigen und eingereichten Genehmigungsverfahren verlangt, aber so wie es aussieht sind die noch nicht eingetroffen. – Das Gericht wird nun einen bestimmten Zeitraum noch abwarten, aber irgendwann die Tür zumachen und sämtliche nicht eingereichten Papiere als schlichtweg nicht vorhanden deklarieren. – Der Anwalt kennt diesen Zeitraum nicht, meint aber, das ist nicht mehr lange hin und man könnte dann mit der Eröffnung des Verfahrens rechnen. – Ob die Gegenseite die geforderten Unterlagen einreichen wird, oder das überhaupt kann, das weiß hier auch niemand und überhaupt muss man wissen, dass gerade August war und da auf den Gerichten nicht das Geringste geschieht. – So hofft man jetzt auf September und darauf, dass alle sich gut erholt haben, um das Ding endlich mit Schmackes anzugehen.

Die Plataforma wartet jetzt noch eine Weile ab, ob das endlich zur Verfahrenseröffnung in Tenerife kommt, um dann wieder einer neue Versammlung zu organisieren, wo die Führungsmitglieder den Interessierten und Betroffenen des Asphaltwerkes Rede und Antwort stehen werden, so wie man das bislang ja auch bereits in mehreren Sitzungen gemacht hat. – Sollte sich das aber noch weiter hinziehen, dann gibt es trotzdem eine neue Informationsrunde.

Wir dürfen halt auf keinen Fall annehmen, nur weil der Schlot nicht qualmt und sich dort nichts tut, dass nun alles bereits erledigt ist. – Das wäre ein großer Irrtum und sicher setzen der Betreiber und die angehängten Politiker auch darauf, dass man den Protest zermürben kann und dass uns vor allem das Geld ausgeht. – Ich bin mir sicher, das wird nicht passieren, wir müssen nur alle weiter wach bleiben und auch unser Scherflein dazu beitragen, dass dieser Blödsinn mit den Asphaltwerken im dicht besiedelten Aridanetal einfach nicht durchkommt.

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